
Hahnentritt ist eines der bekanntesten und elegantesten Webmuster der Mode- und Textilwelt. Ob auf Mänteln, Anzügen oder Accessoires – das schwarz-weiße Design ist zeitlos und wirkt sowohl klassisch als auch modern. Doch woher stammt dieses Muster, und welche Rolle spielt die Handweberei dabei?
Ursprung des Hahnentrittmusters
Der Hahnentritt (englisch: houndstooth) ist ein zweifarbiges Webmuster, das aus kleinen, versetzten Karos besteht. Die Spitzen der Karos erinnern an die Fußabdrücke eines Hahns, was dem Muster seinen Namen gab.
Seine Ursprünge reichen bis ins Schottland des 19. Jahrhunderts zurück. Damals wurde das Muster traditionell in der Handweberei hergestellt und diente als Stoff für robuste Kleidung der schottischen Hirten. Besonders bekannt wurde es durch die Verwendung in Tweed-Stoffen, die für ihre Strapazierfähigkeit und wärmenden Eigenschaften geschätzt wurden.
Hahnentritt und die Handweberei
Hahnentritt entsteht durch eine spezielle Webtechnik, bei der Kett- und Schussfäden in einer bestimmten Abfolge versetzt werden. Es handelt sich um eine Variante des Köperbindungs-Gewebes, die durch die diagonale Struktur der Bindung verstärkt wird.

In der traditionellen Handweberei erfordert das Muster eine präzise Fadenführung und exakte Planung, da die regelmäßige Anordnung der Farben entscheidend für das typische Erscheinungsbild ist. Vor der Industrialisierung wurde es ausschließlich von Hand gewebt, was es zu einem hochwertigen und aufwendigen Stoff machte.
Während Hahnentritt früher vor allem in der ländlichen Arbeitskleidung zu finden war, fand das Muster im 20. Jahrhundert seinen Weg in die Modewelt. Besonders in den 1920er- und 1930er-Jahren wurde es in der Herrenmode beliebt, bevor es in den 1950er-Jahren durch Modehäuser wie Dior auch für Damenbekleidung populär wurde. Heute ist Hahnentritt ein Symbol für Eleganz und Stil – von klassischen Wollmänteln bis hin zu modernen Streetwear-Interpretationen.
Hahnentritt ist weit mehr als nur ein auffälliges Muster – es ist ein Stück Handwerkskunst mit einer langen Tradition in der Handweberei. Vom schottischen Tweed bis hin zur internationalen High Fashion hat dieses Design eine beeindruckende Reise hinter sich. Und genau das ist es, was das Weblabor Marzhausen dazu inspiriert hat, diesen zeitlosen Klassiker zu weben und neu zu interpretieren. Bald erhältlich als wunderschöne Stola in hochwertiger italienischer Merinowolle.