März 1, 2025

Woher kommt das Sprichwort „Blau machen“?

Jeder kennt es: „Heute mache ich blau!“ – eine Redewendung, die bedeutet, dass jemand nicht zur Arbeit oder Schule geht, sondern sich eine (meist unangekündigte) Auszeit nimmt. Doch woher kommt dieser Ausdruck eigentlich?

Ursprung in der Färberkunst

Die wahrscheinlichste Herkunft von „Blau machen“ liegt im mittelalterlichen Handwerk, genauer gesagt in der Färberkunst. Damals wurde Stoff mit Hilfe der Pflanze Färberwaid oder später mit Indigo blau gefärbt. Der entscheidende Schritt dieses Prozesses war das Trocknen an der Luft: Die frisch gefärbten Stoffe waren zunächst gelblich-grün und färbten sich erst durch die Oxidation mit Sauerstoff nach und nach blau.

Während dieser Wartezeit konnten die Färber nicht weiterarbeiten – sie hatten also einen „blauen Tag“.

Alkohol, Urin und die Färberküpe

Eine weitere, weniger bekannte Theorie besagt, dass Alkohol eine Rolle bei der Färbung spielte – und zwar nicht direkt, sondern über den Urin der Färber! Damals wurde Ammoniak benötigt, um die Indigo-Farbe zu lösen, und eine leicht zugängliche Quelle dafür war menschlicher Urin. Es heißt, dass die Färber besonders viel Bier oder Wein tranken, da ihr Urin dann eine bessere chemische Zusammensetzung für den Färbeprozess hatte.

Nach dieser "Vorbereitung" und dem eigentlichen Färbevorgang gönnten sich die Färber eine Pause – möglicherweise mit einem weiteren Krug Bier. So könnte sich das „Blau machen“ also auch darauf beziehen, dass nach dem Färben mit Indigo und der vorherigen „Ammoniak-Produktion“ erst einmal nicht gearbeitet wurde.

Verbindung zur Kirche

Eine andere Theorie besagt, dass „Blau machen“ mit dem kirchlichen „blauen Montag“ zusammenhängt. Im Mittelalter war es in vielen Handwerkszünften üblich, nach dem sonntäglichen Kirchgang den Montag als Ruhetag anzusehen – insbesondere bei Berufen mit körperlich anstrengender Arbeit oder häufigem Alkoholkonsum am Wochenende. Der „blaue Montag“ wurde so zum Synonym für einen freien oder zumindest arbeitsscheuen Tag.

Ob nun aus der Färberkunst, der mittelalterlichen Arbeitstradition oder vielleicht sogar der kuriosen Verbindung zwischen Bier und Indigo – „Blau machen“ hat eine lange Geschichte, die im Weblabor Marzhausen fortgesetzt wird. Allerdings mit Öko-Tex zertifizierten Farbstoffen und Essig-Essenz als Fixierer.

November 1, 2024

Handgewebte Wolldecken gefärbt im Dip-Dye-Verfahren

Handgewebte Wolldecken stehen für außergewöhnliche Qualität, natürlichen Komfort und eine uralte Handwerkskunst, die in jedem Detail sichtbar wird. Kombiniert man diese mit dem Dip-Dye-Verfahren, entsteht eine perfekte Mischung aus traditioneller Herstellung und modernen Färbetechniken. Das Ergebnis? Einzigartige Wolldecken mit harmonischen Farbverläufen, die Wärme, Stil und Individualität ins Leben bringen.

Die Fertigung einer handgewebten Wolldecke ist ein aufwändiger und spannender Prozess, der im Weblabor Marzhausen gerne selbst ausprobiert werden kann. Naturwolle ist dabei das Material der Wahl, im Weblabor benutzen wir Finnwolle: Sie ist atmungsaktiv, temperaturregulierend und fühlt sich weich und luxuriös auf der Haut an.

Jede Decke ist ein Unikat, das durch die individuelle Handarbeit und die Verwendung natürlicher Materialien besondere Charakteristika erhält. Die Herstellung von handgewebten Wolldecken fördert zudem Nachhaltigkeit und unterstützt alte Handwerkstraditionen, die ansonsten in Vergessenheit geraten würden.

Das Dip-Dye-Verfahren ist eine kreative Färbetechnik, bei der Stoffe stufenweise in Farbbäder getaucht werden, um fließende, weiche Farbverläufe zu erzeugen. Je nach Dauer und Tiefe des Eintauchens variiert die Farbsättigung, sodass ein natürlicher, sanfter Übergang entsteht – von kräftigen Farben bis hin zu sanften Pastelltönen oder sogar zu einem vollständigen Verblassen.

Die Kombination von handgewebten Wolldecken mit dem Dip-Dye-Verfahren ist eine moderne Verschmelzung von Tradition und Kreativität. Dabei bleiben die natürlichen und robusten Eigenschaften der Wolle erhalten, während die Färbetechnik visuelle Tiefe und lebendige Farbspiele hinzufügt.

Um eine Dip-Dye-Wolldecke herzustellen, wird die Decke in regelmäßigen Abständen in die Farbe getaucht. Je nach gewünschtem Farbverlauf wird der Vorgang wiederholt, und die Decke wird nach und nach tiefer in das Farbbad eingetaucht. Dies erlaubt es, genau festzulegen, wo die Farbe intensiver sein soll und wo sie sanft auslaufen kann. Die Herausforderung liegt in der genauen Abstimmung der Tauchzeit und Eintauchtiefe, um den gewünschten Gradienten zu erzielen.

Die Entscheidung für eine handgewebte Wolldecke im Dip-Dye-Verfahren ist auch eine Entscheidung für nachhaltige, hochwertige Produkte. Dip-Dye-Färbungen  werden im Weblabor Marzhausen mit Ökotex-Zertifizierten Säurefarbstoffen gefärbt und mit herkömmlichen Haushaltsessig fixiert.

Die hochwertige Verarbeitung und das natürliche Material machen diese Decken langlebig und strapazierfähig.

Handgewebte Wolldecken im Dip-Dye-Verfahren verbinden das Beste aus Tradition und Moderne. Die naturbelassene Wärme und Textur der Wolle werden durch sanfte bis intensive Farbverläufe ergänzt, was jede Decke zu einem Unikat macht. Sie bringen Farbe, Stil und handwerkliche Qualität in jeden Raum und eignen sich sowohl für klassische als auch für moderne Einrichtungskonzepte.

Ob als stilvolles Accessoire oder als gemütlicher Begleiter an kühlen Abenden – Dip-Dye-Wolldecken sind ein Hingucker und setzen ein nachhaltiges Statement für das Leben mit Handwerkskunst und Naturmaterialien.

Juli 1, 2024

Wolle färben mit Säurefarbstoffen oder nicht auf die Farbpalette eines Garnherstellers angewiesen sein!

Das Färben von Wolle mit Säurefarbstoffen ist eine faszinierende Technik, die leuchtende und haltbare Farben auf handgesponnenen oder industriell gefertigten Wollstränge zaubert. Diese Methode ist besonders für Proteinfasern wie Wolle geeignet und eröffnet unendliche Möglichkeiten für individuelle Farbkreationen. 

Was sind Säurefarbstoffe?

Säurefarbstoffe sind synthetische Farbstoffe, im Weblabor Marzhausen mit einer Öko-Text-Zertifizierung, die in einer sauren Umgebung verwendet werden. Sie verbinden sich hervorragend mit Proteinfasern und sind bekannt für ihre Farbbrillanz und Langlebigkeit. Essig oder Zitronensäure werden als fixierer verwendet. 

Vorteile des Färbens mit Säurefarbstoffen

  • Intensive Farben: Säurefarbstoffe bieten eine breite Palette von lebhaften Farben, die schwer zu erreichen sind mit natürlichen Farbstoffen.
  • Farbbeständigkeit: Die Farben sind wasch- und lichtecht, was bedeutet, dass sie ihre Leuchtkraft über lange Zeit behalten.
  • Vielseitigkeit: Diese Farbstoffe können für verschiedene Techniken verwendet werden, wie z.B. Space Dyeing, Dip Dyeing und mehr.
  • Farbmischung: Durch Mischen verschiedener Säurefarbstoffe kann man einzigartige Farbtöne und Schattierungen erzeugen, die perfekt zu den jeweiligen Projekten passen.
  • Muster und Verläufe: Experimentiere mit verschiedenen Färbetechniken, um interessante Muster und Farbverläufe zu kreieren. Jede Technik bringt ihre eigenen, faszinierenden Ergebnisse.
  • Nachhaltigkeit: Wenn man bei der Auswahl der Farbstoffe auf ein Öko-Tex oder anderes Umweltlabel achtet, ist es eine wunderbare Art des umweltbewussten und nachhaltigen Färbens. 

Färbevorgang (bei uni gefärbten Wollsträngen)

  • Als erstes wird die Färbelösung, je nach Rezept hergestellt. Dazu wird das Farbpulver auf einer Feinwaage (in einigen Rezepten, benötigt man 0,02g Farbe) abgewogen und in heißem Wasser aufgelöst.
  • Im nächsten Schritt wird ein Topf bzw. verwenden wir im Weblabor, alte Einkochtöpfe, mit Wasser gefüllt und erhitzt.
  • Nun wird die Färbelösung in das Wasser gegeben und sehr gut verrührt.
  • Im Anschluss wird die feuchte Wolle in das Färbebad gegeben und gleichmäßig und vorsichtig gerührt damit das Färbeegebniss, fleckenfrei und gleichmäßig wird. 
  • Sobald sich das Wasser auf etwa 80-90 Grad erwärmt hat, wird die Wolle aus dem Bad genommen und Essigessenz in das Bad gegeben um den Farbstoff zu fixieren.
  • Nachdem die Wolle wieder in das Färbebad getaucht wird, wird sie noch einmal aufgekocht und im weiteren Verlauf lässt man das Garn im Kocher abkühlen. Die gesamte Farbe sollte innerhalb dieses Prozesses in die Wolle ziehen und das Wasser nun ganz klar sein.
  • Die Wolle kann nun geschleudert und zum trocknen ausgehangen werden.

Das Färben von Wolle mit Säurefarbstoffen ist eine aufwendige aber lohnende und kreative Tätigkeit, die einem erlaubt, mit Farben zu arbeiten die sich außerhalb der Farbkarten der Garnanbieter (und das sind wirklich nicht viele) befinden. Somit werden die Projekte des Weblabors mit den individuellsten Farben und Mustern zu bereichert, des Weiteren können Farbwünsche, z.B. für eine Streifenfolge in einer Wolldecke, erfüllt werden.

KONTAKT

Nele Knierim
‭0176 64171906‬
hallo@weblabor-marzhausen.de

© byfairmeans.net